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Einheit 1:
zu 1: siehe Abschnitt 1.1.4, S. 4-5.
zu 2: siehe Abschnitt 1.2.2, S. 7-8.
zu 3: siehe Abschnitt 1.2.6 Semiotische Ebenen: Syntax, Semantik, Pragmatik S. 10.
zu 4: Im Verkehrszeichen Schleudergefahr finden symbolische und
ikonische Zeichentypen Verwendung. Durch die Dreiecksform und die rote
Umrandung verweist es symbolisch (auf Konvention beruhend) auf eine
Gefahr hin. Durch das schematisch dargestellte Auto und die
Schlingerspuren zeigt es ikonisch die Art der Gefährdung an. (Vgl.
Abschnitt 1.2.5 S. 9-10.)
zu 5: Beim Geldabheben an einem Bankautomaten handelt es sich um einen
Reiz-Reaktions-Prozess. Solche sind gekennzeichnet durch
Automatisierung. D.h. der Prozess kann nur funktionieren oder nicht
funktionieren, es gibt jedoch keinen Interpretationsspielraum bei der
Vermittlung der Information. Interpretationsspielräume gibt es nur
bei Kommunikationsprozessen, die zwischen Personen ablaufen und bei
denen Verständnisprobleme und Missverständnisse auftreten
können.
zu 6: Ein hoher Informationsgehalt kann problematisch sein, wenn mit
Störungen bei der Übertragung oder beim Empfang der Botschaft
gerechnet werden muss. Hier empfiehlt es sich, Redundanz in den
Kommunikationsprozess einzubauen. Beispiele wären das Wiederholen
einer Botschaft im Funkverkehr oder das Wiederholen einer
durchgegebenen Nummer am Telefon. Bei mündlicher Kommunikation
empfiehlt es sich grundsätzlich, mehr Redundanz zu integrieren, da
die Empfänger nicht die Möglichkeit haben, die
Geschwindigkeit der Informationsübertragung nach ihrer
Aufnahmefähigkeit zu steuern oder wie beim Lesen den
Rezeptionsvorgang einfach zu wiederholen.
zu 7: Das Plakat zeigt auf der Bildebene im unteren Drittel einen
Ausschnitt der Erdkugel aus dem Weltall betrachtet. Im oberen Bildfeld
berühren sich die Zeigefinger der Hand eines Kindes und einer
Hand, die zwar menschenähnlich ist, jedoch über
unnatürlich dünne und lange Glieder verfügt. Worum es
sich dabei handelt, wird erst durch die Textebene klar. Es handelt sich
offenbar um die Hand eines Außerirdischen, denn die Mitte des
Plakats wird von dem Schriftzug „E.T. The
Extra-Terrestrial“ eingenommen. Der Hinweis darüber „A
Steven Spielberg Film“ macht auch beim erstmaligen Betrachten
deutlich, dass es sich dabei um das Werbeplakat zu einem Film handelt.
Dessen Inhalt wird angedeutet durch den Text am oberen Bildrand
„His Adventure on Earth“.
Sprache und Bilder unterscheiden sich in ihrer Funktionsweise als
Zeichen. Obwohl es sich bei dem Plakat um gegenständliche
Abbildungen handelt, die zum Teil auch eindeutig zuordenbar sind,
eröffnet das Bild insgesamt doch einen hohen
Interpretationsbedarf, der nur durch den Rückgriff auf Sprache
befriedigt werden kann. Die bildliche Darstellung bringt in sich eine
Spannung hervor, da sie in fotorealistischer Weise Glieder des fiktiven
Außerirdischen zeigt.
Das Bildmotiv der sich berührenden Hände eröffnet einen
Verweisungsreichtum, der weit über den beworbenen Film
hinausweist. Denn es zitiert ein bekanntes und unzählige Male
reproduziertes Detail aus Michelangelos Fresko „Die Erschaffung
Adams“ aus der Sixtinischen Kapelle. Um diesen Bezug zu erkennen,
ist beim Betrachter freilich die Kenntnis des kunsthistorischen
Vorbildes erforderlich. Diese alleine genügt jedoch noch nicht,
denn die Bedeutung des Bildes erschließt sich erst durch die
Textkenntnis der biblischen Schöpfungsgeschichte. Daraus wird
erkennbar, dass es sich bei Michelangelo um Gott, den Schöpfer und
sein irdisches Geschöpf Adam handelt, deren Hände sich
berühren. Dieses Motiv greift das Filmplakat auf und profaniert es
gleichzeitig. Denn die menschliche Hand berührt dort zwar die Hand
eines außerirdischen, nicht jedoch überirdischen im Sinne
von göttlichen Wesen. Dieser Verweisungsreichtum des Plakats
eröffnet sich nur durch das Zusammenspiel von bildhaften und
sprachlichen Zeichen und durch die Kenntnis von Text- und
Bildtraditionen.
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